[ ETHZ - Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ]

reto ambühler - sabbatical 2002

[ UCSD - University of California, San Diego ]

16. august 2002: arches national park: wanderung double-O arch

[ wanderung im arches NP: devils garden - double-O arch und zurück ]
karte

wir starteten gegen 0930 zu unserer "arches-wanderung". ausgangspunkt war der devils garden trailhead, welcher etwas mehr als ein kilometer von unserem zelt entfernt war. durch einen schmalen einschnitt der noch im schatten lag, erreichten wir die erste attraktion: den "tunnel arch".
[ tunnel arch im arches national park ]
dieser gesteinsbogen befindet sich etwas abseites des weges und ist ein schönes "gegenbeispiel" zum "delicate arch", in dem er noch völlig eingebettet ist in den gesteinswall, aus welchem er entstanden war. für die nächste attraktion brauchten wir uns nur umzudrehen ...
[ pine tree arch im arches national park ]
im "pine tree arch" wächst ein kleiner nadelbaum, welcher dem gesteinsbogen den namen gegeben hat. etwa 1.5 km vom ausgangspunkt entfernt folgte ein erster absoluter höhepunkt:
[ landscape arch im arches national park ]
der "landscape arch" ist ein gesteinsbogen der superlative. seine spannweite ist riesig, dabei ist der bogen äusserst dünn und wirkt dadurch sehr zerbrechlich. kein arch verändert sein aussehen so rasch wie der "landscape". als wir 1989 zum ersten mal hier waren, durfte man noch unter diesem gesteinsbogen herumlaufen. dann brach auf der rechten seite ein mächtiges stück gestein los und nun muss damit gerechnet werden, dass der bogen jederzeit einstürzt, weshalb der aufenthalt in der nähe des "landscape" jetzt verboten ist. ich könnte mir gut vorstellen, dass die schwingungen eines mächtigen donnerschlages den bogen eines tages zum einstürzen bringen. dieser tag wird ein ziemlicher verlust für den park werden, denn der "landscape" ist schon eine besondere attraktion. schön, dass wir ihn noch einmal intakt sehen durften.
[ wall arch im arches national park ]
unweit vom "landscape arch" befindet sich der "wall arch". der name ist sehr treffend gewählt, denn der wall, aus dem der gesteinsbogen enstanden war, erhebt sich wirklich wie eine wand neben dem wanderweg und spendet sehr willkommenen schatten.
wir hatten nun knapp den halben weg bis zu unserem ziel hinter uns. wir machten hier einen abstecher zum "navajo arch". beidseits dieses relativ kleinen gesteinsbogen gibt es kurze wanderwege zu aussichtspunkten. eine aus meiner sicht etwas lästige unart vieler touristen ist das ablichten von personen in den gesteinsbögen. ich wünsche mir naturbilder ohne leute, da braucht es manchmal ziemlich viel geduld, bis endlich keine menschen mehr im blickfeld sind. am "navajo arch" war es mir darum leider nicht möglich, ein erinneringsbild zu machen ...
[ double-O arch im arches national park ] [ double-O arch im arches national park ]
kurz nach 1130 erreichten wir das ziel unseres ausfluges, den "double-O arch". diese gesteinsformation heisst so, weil hier zwei öffnungen übereinander liegen. wir suchten uns ein schattiges plätzchen und assen zu mittag. das gleiche tat eine familie aus frankreich ganz in unserer nähe. dabei fütterten sie sie mehrere "chipmunks" mit brot. ich machte sie darauf aufmerksam, dass sie keine tiere füttern sollten. sie hatten jedoch absolut kein verständnis für unser anliegen und meinten, wir holländer sollten uns nicht in ihre angelegenheiten einmischen und überhaupt seien das ja gar keine tiere. ich hoffe, der IQ dieser familie ist nicht repräsentative für unser westliches nachbarland ...
auf dem rückweg brannte die sonne heiss auf uns nieder. manchmal spendete eine gesteinswand etwas schatten, meistens aber war man der hitze ungeschützt ausgesetzt. wir verzogen uns auf dem campingplatz deshalb alle etwas in den schatten.
[ the ambis im arches national park ]
unsere kinder fanden in der anhöhe hinter unserem zelt nicht nur einen wunderbaren klettergarten, sondern auch einen platz in luftiger höhe, wo sie die zeichnungen in ihren junior park ranger hefter ausmalen konnten. und wir erhielten eine weitere lektion zum thema "fremde länder, fremde sitten", diesmal von unserer amerikanischen nachbarfamilie. diese hatten einen knaben etwa im alter unserer katrin, der ebenfalls auf den steinen herumklettern wollte. doch während wir unsere drei einfach die anhöhe hinauf klettern liessen und hofften, dass es gut kam, seilte der amerikaner seinen sohn an und erläuterte ihm jeden schritt. dabei blieb der vater mit dem seilende in der hand unten stehen, während der knabe versuchte, aufwärts zu klettern. ich fragte mich gerade, wofür das seil wohl gut sein sollte, wenn der vater seinen sohn ja damit doch nicht festhalten konnte. aber noch bevor ich fertig denken konnte, kam der sohn ins rutschen, trat mitten in die farbstiftschachtel unserer kinder so dass sämtliche stifte den berg hinunter kollerten und landete schliesslich mehr oder weniger unsanft im sand. ohne ein wort der entschuldigung verschwanden die beiden darauf genau so plötzlich, wie sie erschienen waren. so erzieht man also in amerika kinder zur selbstständigkeit: jeden schritt vorkauen, sicherheitsvorkehrungen die nichts taugen und wenn's schief geht unauffällig verschwinden - irgendwie sahen wir da gewisse parallelen zum richtigen leben ...
[ broken arch im arches national park ]
als die sonne schon ziemlich tief stand und mit ihrem roten licht die farbtöne der landschaft herrlich verstärkte, machten wir nochmals eine kurze wanderung, diesmal in die andere richtung zum "broken arch". angeblich soll dies auch einmal ein gesteinsbogen gewesen sein, aber es gibt keine hinweise darauf, dass dem wirklich so war. es gibt überhaupt keine überreste, die darauf hindeuten, dass die beiden "pfosten" einmal verbunden gewesen waren, aber man kann es auch nicht ausschliessen ...
[ rabbit im arches national park ]
beim nachtessen erhielten wir besuch von einem kleinen rabbit. er liess sich durch unsere anwesenheit überhaupt nicht stören und knabberte genüsslich am stacheligen gestrüpp. wir beobachteten ihn, bis er irgendwo zwischen den büschen verschwunden war. von all den lebewesen, die uns heute begegnete waren, fand ich den rabbit irgendwie das sympatischste ...

gestern - inhaltsverzeichnis - morgen


index.html / 04-apr-2005 / reto ambühler